|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3938922036 ISBN: 3938922036 ISBN: 3938922036 ISBN: 3938922036 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Die Bauern:
Obwohl
die mittelalterliche Gesellschaft ohne Zweifel eine Bauernkultur war, gibt die
Frage nach dem Bauern im Mittelalter einige Probleme auf. “Bauer”
ist zunächst natürlich ein übergreifender Begriff, der sich nicht
auf die Grundherrschaft beschränkt. Der Bauer übt eine bestimmte
wirtschaftliche Funktion aus: Er betreibt Ackerbau und Viehzucht; er
bewirtschaftet einen selbständigen Hof und hebt sich so von Knechten und
Kärtnern ab; er benutzt den Pflug und unterscheidet sich so vom
Gärtner (in der Stadt), und er bestellt seinen Boden
eigenhändig und grenzt sich dadurch vom Gutsherrn ab. “Bauer”
ist primär also ein wirtschaftlicher Begriff, der durch diese Abgrenzung
von anderen Gruppen auch einen soziologischen Aspekt erhält: Die Bauern
bilden eine abgrenzbare Gruppe in einer arbeitsteiligen
Gesellschaft.
(Aus Hans-Werner Goetz´s Leben im Mittelalter. Seite
137)
Zu
Beginn des Mittelalters stieg die Bevölkerung langsam wieder an, das war
aufgrund der sich beruhigenden politischen Verhältnisse möglich, aber
vor allen Dingen durch die im folgenden beschriebenen verbesserten
Anbaumethoden.
Bis
zum 8. Jahrhundert herrschte die Feldgraswirtschaft, dann fand die
Dreifelderwirtschaft Verbreitung, das hieß, dass auf einem Feld
abwechselnd Winterfrucht, dann Sommerfrucht angebaut wurde, worauf der Acker ein
Jahr lang ruhte; doch blieb es in manchen Gegenden noch lange bei der
Feldgraswirtschaft.
Einige
Zeit vor dem 10. Jahrhundert wurde das Kummet, ein gepolsterter Bügel, der
auf den Schultern des Pferdes ruhte, wahrscheinlich aus Asien kommend,
eingeführt. So konnten auch Pferde vor Pflüge und Fuhrwerke gespannt
werden, sie verdrängten die Ochsen allerdings keineswegs. Körperlich
war das Pferd in Stärke und Schnelligkeit dem Ochsen eindeutig
überlegen. Aber es war teuer in der Ausrüstung, in der Aufzucht und im
Futter (schließlich brauchte es Getreide). Es wurde errechnet, dass ein
Pferd etwa so viel Arbeit leisten könne, wie drei oder vier Ochsen, aber
der Unterhalt auch 3-4 mal höher lag als ein Ochse. Mit den Entdeckungen
von immer besseren Eisenerzen wurden auch bessere Sicheln und Sensen
hergestellt. Die Egge zum Aufpflügen wurde mit Eisenteilen bestückt
und damit effektiver und langlebiger. Auch hatte man den Wert der Düngung
erkannt und brachte nun den Mist, aber auch Kreide, Kalk oder Torf auf das Feld.
Aber auch durch Zuchterfolge in der Vieh- und Ackerwirtschaft und importierten
Feldfrüchten, wie z.B. Roggen, kam es zu Ertragssteigerungen. Diese
Ertragssteigerungen führten dazu, dass der Bauer neben seinem Eigenbedarf
und den Abgaben, die er an den Herrn geben mußte, einen Überschuss
erwirtschaften konnte. Aber auch durch Rodungen und Besiedlung des Ostens und
des sich im 14. Jahrhundert auflösenden Fronhofverbandes und die damit
verbundenen Spezialisierungen der einzelnen Bauern führten dazu, dass immer
mehr Stadtbewohner ernährt werden konnten. Diesen Überschuss versuchte
der Bauer schnellstmöglich auf dem nächsten Markt zu verkaufen, da die
Vorräte nicht lange hielten. Große Städte hatten eine Bannmeile,
die die Bauern dazu verpflichteten, wenn sie in dieser Zone geerntet hatten,
es auf dem Markt der Stadt zu verkaufen, d.h., dass die Bauern ihre Waren nicht
zu besten Konditionen verkaufen konnten. Doch die Städte brauchten das
agrarische Hinterland, da die Bauern die innerhalb der Stadtmauern lebten, die
Versorgung der gesamten Stadtbevölkerung nicht mehr gewährleisten
konnten. Die Bauern, die in einer städtischen Bannmeile lebten,
spezialisierten sich meist, so bauten sie Rohprodukte für das
städtische Handwerk an, wie z.B. Hanf, Hopfen, Waid, etc. oder errichteten
Obst- und Gemüseplantagen.
So
gingen die Bauern mit ihren spärlichen Überschüssen zu dem
nächsten Marktort, auf dem sie verkaufen mussten und boten ihre Ware feil.
Die Jahrmärkte, die meist nach der Ernte stattfanden, dienten zum Verkauf
der noch frischen Ware, damit sich die Stadtbevölkerung verproviantieren
konnte. Auf den Wochenmärkten verkauften die Bauern meist nur Eier, Milch
und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Schlachtreifes Vieh und in Heimarbeit
hergestellte Waren. Oft verkauften die Frauen und Kinder auf dem Markt. Nachdem
die Bauern ihre Waren verkauft hatten, konnten sie Salz, welches für die
Einlagerung von Fleisch notwendig war, und andere wichtige Güter kaufen.
Luxusgüter konnten die Bauern sich freilich nicht kaufen.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< First < Previous Index Next > Last >>| | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Back to the topic site: StudyPaper.com/Startseite/Gesellschaft External Links to this site are permitted without prior consent. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Home | deutsch | Set bookmark | Send a friend a link | Copyright © | Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||