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Märkte im Mittelalter

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Die Bauern:
Obwohl die mittelalterliche Gesellschaft ohne Zweifel eine Bauernkultur war, gibt die Frage nach dem Bauern im Mittelalter einige Probleme auf. “Bauer” ist zunächst natürlich ein übergreifender Begriff, der sich nicht auf die Grundherrschaft beschränkt. Der Bauer übt eine bestimmte wirtschaftliche Funktion aus: Er betreibt Ackerbau und Viehzucht; er bewirtschaftet einen selbständigen Hof und hebt sich so von Knechten und Kärtnern ab; er benutzt den Pflug und unterscheidet sich so vom Gärtner (in der Stadt), und er bestellt seinen Boden eigenhändig und grenzt sich dadurch vom Gutsherrn ab. “Bauer” ist primär also ein wirtschaftlicher Begriff, der durch diese Abgrenzung von anderen Gruppen auch einen soziologischen Aspekt erhält: Die Bauern bilden eine abgrenzbare Gruppe in einer arbeitsteiligen Gesellschaft.
(Aus Hans-Werner Goetz´s Leben im Mittelalter. Seite 137)

Zu Beginn des Mittelalters stieg die Bevölkerung langsam wieder an, das war aufgrund der sich beruhigenden politischen Verhältnisse möglich, aber vor allen Dingen durch die im folgenden beschriebenen verbesserten Anbaumethoden.
Bis zum 8. Jahrhundert herrschte die Feldgraswirtschaft, dann fand die Dreifelderwirtschaft Verbreitung, das hieß, dass auf einem Feld abwechselnd Winterfrucht, dann Sommerfrucht angebaut wurde, worauf der Acker ein Jahr lang ruhte; doch blieb es in manchen Gegenden noch lange bei der Feldgraswirtschaft.
Einige Zeit vor dem 10. Jahrhundert wurde das Kummet, ein gepolsterter Bügel, der auf den Schultern des Pferdes ruhte, wahrscheinlich aus Asien kommend, eingeführt. So konnten auch Pferde vor Pflüge und Fuhrwerke gespannt werden, sie verdrängten die Ochsen allerdings keineswegs. Körperlich war das Pferd in Stärke und Schnelligkeit dem Ochsen eindeutig überlegen. Aber es war teuer in der Ausrüstung, in der Aufzucht und im Futter (schließlich brauchte es Getreide). Es wurde errechnet, dass ein Pferd etwa so viel Arbeit leisten könne, wie drei oder vier Ochsen, aber der Unterhalt auch 3-4 mal höher lag als ein Ochse. Mit den Entdeckungen von immer besseren Eisenerzen wurden auch bessere Sicheln und Sensen hergestellt. Die Egge zum Aufpflügen wurde mit Eisenteilen bestückt und damit effektiver und langlebiger. Auch hatte man den Wert der Düngung erkannt und brachte nun den Mist, aber auch Kreide, Kalk oder Torf auf das Feld. Aber auch durch Zuchterfolge in der Vieh- und Ackerwirtschaft und importierten Feldfrüchten, wie z.B. Roggen, kam es zu Ertragssteigerungen. Diese Ertragssteigerungen führten dazu, dass der Bauer neben seinem Eigenbedarf und den Abgaben, die er an den Herrn geben mußte, einen Überschuss erwirtschaften konnte. Aber auch durch Rodungen und Besiedlung des Ostens und des sich im 14. Jahrhundert auflösenden Fronhofverbandes und die damit verbundenen Spezialisierungen der einzelnen Bauern führten dazu, dass immer mehr Stadtbewohner ernährt werden konnten. Diesen Überschuss versuchte der Bauer schnellstmöglich auf dem nächsten Markt zu verkaufen, da die Vorräte nicht lange hielten. Große Städte hatten eine Bannmeile, die die Bauern dazu verpflichteten, wenn sie in dieser Zone geerntet hatten, es auf dem Markt der Stadt zu verkaufen, d.h., dass die Bauern ihre Waren nicht zu besten Konditionen verkaufen konnten. Doch die Städte brauchten das agrarische Hinterland, da die Bauern die innerhalb der Stadtmauern lebten, die Versorgung der gesamten Stadtbevölkerung nicht mehr gewährleisten konnten. Die Bauern, die in einer städtischen Bannmeile lebten, spezialisierten sich meist, so bauten sie Rohprodukte für das städtische Handwerk an, wie z.B. Hanf, Hopfen, Waid, etc. oder errichteten Obst- und Gemüseplantagen.
So gingen die Bauern mit ihren spärlichen Überschüssen zu dem nächsten Marktort, auf dem sie verkaufen mussten und boten ihre Ware feil. Die Jahrmärkte, die meist nach der Ernte stattfanden, dienten zum Verkauf der noch frischen Ware, damit sich die Stadtbevölkerung verproviantieren konnte. Auf den Wochenmärkten verkauften die Bauern meist nur Eier, Milch und Milchprodukte, Obst und Gemüse, Schlachtreifes Vieh und in Heimarbeit hergestellte Waren. Oft verkauften die Frauen und Kinder auf dem Markt. Nachdem die Bauern ihre Waren verkauft hatten, konnten sie Salz, welches für die Einlagerung von Fleisch notwendig war, und andere wichtige Güter kaufen. Luxusgüter konnten die Bauern sich freilich nicht kaufen.
  
Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen. Grundausstattung für den Mann (Broschiert)
von Wolf Zerkowski,
Rolf Fuhrmann
Siehe auch:
Kleidung des Mittelalters selbst anfertigen. Grundausstattung für die Frau
von Wolf Zerkowski
Kleidung und Waffen der Spätgotik III 1420-1480
von Ulrich Lehnart
Das Kochbuch des Mittelalters. Rezepte aus alter Zeit, eingeleitet, erläutert und ausprobiert
von Trude Ehlert
Buch der Gewandung. DragonSys - Lebendiges Mittelalter
von Xenia Krämer
 
    
     
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