|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3825217191 ISBN: 3825217191 ISBN: 3825217191 ISBN: 3825217191 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Die reichen und erfolgreichen Händler wurden zu den
Gildenvertretern gewählt, heirateten sich oft in die Familien der
Ministerialen und Stadträte ein und bildeten so die Schicht des an Macht
und Einfluss gewinnenden Patriziats. Die Patrizierfamilien, deren Anzahl
Größe und Reichtum der Stadt bezeugten, hatten auch bedeutenden
Grundbesitz in der Stadt und der Umgebung. Nur die reichen Geschlechter der
Stadt hatten im Stadtrat Macht und Stimme. Die Patrizier verfügten
über ihren Grundbesitz oft über feste Verkaufsstände,
Mühlen, Back-, Brau- und Schlachthäuser. Auch vermischten sie sich
gern mit dem verarmenden Landadel, um mehr Einfluss auf das politische Geschehen
nehmen zu können.
Im 14. Jahrhundert änderte sich der Beruf des
Händlers. Die reichen Patrizier fuhren nun nicht mehr bei Wind und Wetter
durch Europa, sondern leiteten ihr Geschäft von der Schreibstube aus und es
wurde unüblich höhere Beträge bar zu bezahlen, bzw. in Gold und
Silber, sondern in Wechseln. Außerdem entwickelte sich der Beruf des
Lastfuhrwerkunternehmers, der einen Lastkarren besaß und ihn nicht mehr
mit eigenen Waren füllte, sondern ihn nach Auftrag belud und zu einem
bestimmten Ziel brachte, ohne am Gewinn beteiligt zu sein. Dies erforderte
für die deutschen Kaufleute den Aufbau sog. Kontore. Das Kontor, welches
nicht nur in dem hanseatischen Einflußbereich gebaut wurde, sondern auch
in Italien, war ein großes Handelshaus für deutsche Kaufleute. Im
Kontor wurden Waren gelagert, Geldgeschäfte getätigt und es war
Herberge für die Kaufleute oder deren Angestellte, die dort wichtige
Informationen austauschten. Reiche Geschäftsleute konnten es sich leisten
einen Lageristen in einem Kontor zu beherbergen, der sie dann in ihrer
Heimatstadt über seine Lagerbestände und die Preise
informierte.
Leute auf dem Markt:
Die Krämer:
Hatten
die Fernkaufleute auch einen gewichtigen Anteil an der Entwicklung der
frühen Stadt, so darf man keineswegs die Krämer übersehen, die
Kleinhändler, die zwischen dem Fernhändler oder dem Erzeuger und dem
Verbraucher standen und denen die unmittelbare Versorgung der Stadt oblag. Mit
der Ausdehnung und dem Wachsen der Stadt wuchs auch ihre Bedeutung. Etwa seit
dem 12. Jahrhundert setzte sich auch unter den Krämern eine
genossenschaftliche Ordnung durch. Ähnlich wie die Fernkaufleute schlossen
sie sich in Gilden zusammen, und oft genug durften nur die Mitglieder dieser
Krämergilden den Kleinhandel in einer Stadt ausüben. Aber die
Konkurrenz der Bauern und Handwerker, die nebenberuflich ihre Erzeugnisse
absetzten, war nicht zu verachten. In kleinen Städten verkauften die
Krämer im bunten Durcheinander alles, wonach Bedarf herrschte. Je
größer die Stadt, um so differenzierter die Krämerbetriebe. So
gab es unter anderem folgende Spezialhändler: Brüchler,
Butterleute, Bettlakenkrämer, Eiermannen, Eisenkrämer, Eppelmannen,
Essigmannen, Federkrämer, Fischmenger, Fleischmenger, Fütterer,
Ganser, Glaskrämer, Habermannen, Häutekäufer, Heringer,
Käskrämer, Kohlenmesser, Kornmannen, Krämper, Kräutermannen,
Lakenkrämer, Ledermannen, Leinwandkrämer, Lichtemannen, Marktender,
Mehlmannen, Ofentürer, Obster, Pfeifenkrämer, Salzer,
Seidenkrämer, Stahlmenger, Pfändler, Tuchgewänder, Vogler,
Weinhändler, Weinkäufer, Würzkrämer.
Zu
den ansässigen Krämern und Handwerkern gesellten sich dann noch die
Kleinsthändler, bescheidene Leute (meist Neubürger), bei denen der
Umsatz kaum für das tägliche Brot reichte, vergleichbar den
Hausierern, die heute gelegentlich von Haus zu Haus ziehen. Es waren die
Höker, Merzler, Pfragner, Tratschler, Gängler, Hucker, Hadeler,
Kremper oder Wannenkrämer . Letztere hatten ihren Namen, wegen
der flachen Wannen, die sie wie Bauchläden umgehängt trugen und auf
denen sie ihre Waren ausbreiteten.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< First < Previous Index Next > Last >>| | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Back to the topic site: StudyPaper.com/Startseite/Gesellschaft External Links to this site are permitted without prior consent. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| Home | deutsch | Set bookmark | Send a friend a link | Copyright © | Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||