|
|||||||||||||||||||||||||||||||||
| ISBN: 3406366775 ISBN: 3406366775 ISBN: 3406366775 ISBN: 3406366775 | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Wir empfehlen: | ||||||||||||||||||||||||||||||||
Märkte im MittelalterSchon immer hat es in der Geschichte der Menschheit
Produkte gegeben, die höchstbegehrt waren, ohne dass sie lebensnotwendig
wären. Ob Bernstein oder Diamant, Zobelpelz oder Seide, edle Perlen,
Elfenbein oder sündhaft teure Tulpenzwiebeln: Jede Gesellschaft, jede
Epoche traf ihre eigene, rational kaum begründbare Wahl, welche
“Luxusartikel” ihr als besonders hochwertig (weit über ihren
“Nutzwert” hinaus wertvoll) galten. Als nach den
Völkerwanderungen wieder Ruhe in Europa einkehrte, stieg auch wieder die
Nachfrage nach solchen Luxusgütern. Der Fernhandel, der nach dem Zerfall
des römischen Reiches in Europa fast brach lag wurde wiederbelebt.
Zunächst an den größeren Klöstern und Kirchen in Italien,
Flandern und Frankreich wurden alljährlich Fernhandelsmessen abgehalten. Zu
diesen Messen kamen Leute von nah und fern, um ihre Produkte zu verkaufen oder
sich mit neuen Waren einzudecken, es kam zu einem Austausch von Waren und
Informationen. Schließlich erkannten die Kaufleute, dass an den Höfen
die Nachfrage weiter stieg, die oft weit entfernten Messen, den Bedarf nicht
decken konnten. Zahlreiche Märkte wurden in Folge dessen an den geistlichen
und weltlichen Höfen und Burgen errichtet, so dass auch die Stadt als
Produktionsstätte von besonderen Gütern und als Umschlagsplatz
für Ware wieder interessant wurde und sich viele Städte an den
Märkten neu gründeten. Der mittelalterliche Markt war nicht nur das
Zentrum der geistigen und wirtschaftlichen Entwicklung, sondern er war auch
Keimzelle für unsere heutige europäische Stadtkultur. Auf dem Markt
fand das öffentliche Leben statt. Die Marktkirche, das Rathaus, der
Marktbrunnen und die Fahrenden sorgten für Kultur- und
Informationsaustausch für die Leute in der Region. Die großen
Jahrmärkte, die an besonderen Kirchenfesten stattfanden und
Wochenmärkte zogen die Händler von weither an und sorgten für das
Wachstum einer Stadt. Der Markt war Ausdruck einer beginnenden
“Arbeitsteilung” mit dem Land. Die Teilung zwischen Stadt und Land
und das Aufstreben der Städte mit ihren freien Bürgern sorgte auch
für mehr Unabhängigkeit von den weltlichen und geistlichen Herrschern
und der Bauern von ihrem Grundherrn. Um einen Markt abzuhalten, bedurfte es
zunächst eines Privilegs durch den Herrn, dabei verschmolzen in
königlichen Privilegien Marktrecht, Zollrecht und Münzrecht oft zu
einer Einheit. Doch schon bald waren einige Städte reicher und
mächtiger als manch ein Gutsherr und leiteten so die Geschicke der
Region.
Nicht alle Märkte entwickelten sich später
auch zu Städten im Rechtsinn, wohl aber dürfte jede bedeutendere Stadt
das Marktrecht besessen haben. Die Märkte, die zunächst zur Versorgung
der Fürstenhäuser und zum Warenaustausch der Bauern untereinander
dienten, sorgten für eine neue Denkweise in der mittelalterlichen
Gesellschaft. Man wollte Überschuß produzieren und nicht mehr nur die
Existenz seiner Sippe sichern. Die Dreifelderwirtschaft wurde entwickelt und
konnte so die steigende Stadtbevölkerung ernähren. Die
Fernhändler wurden teilweise sehr reich und bildeten so eine eigene
Schicht, die nicht vom Grundbesitz abhängig war. Die
Fahrtengenossenschaften, die Gilden und später die Hanse, waren die
wichtigsten Grundelemente für die späteren freien Städte und
für die Gründung des modernen Kreditwesens. Der Fernhandel machte es
nötig, dass mehr Leute Lesen, Schreiben und Rechnen konnten, um die
Kommunikation der Handelspartner und Städte untereinander zu
gewährleisten. Dies führte zu einem Austausch der technischen
Neuerungen, des Genmaterials, etc. . Dadurch wurden die Grundsteine für die
spätmittelalterlichen Forschungen und Entdeckungen gelegt. Im Streben nach
Profit zogen die Fernhändler immer weiter und nahmen so Kontakt mit fremden
Ländern und Kulturen auf.
Die Blütezeit des mittelalterlichen Handels fand
wohl in der Zeit der mächtigen Städtebünde und der Hanse statt,
doch kam es immer wieder zu gravierenden Einschnitten in der Kaufkraft der
Bevölkerung durch Kriege, Hungersnöten, durch z.B. Naturkatastrophen
und Seuchen, wie z.B. die Pest.
|
|
||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| |<< First < Previous Index Next > Last >>| | |||||||||||||||||||||||||||||||||
|
This web site is a part of the project StudyPaper.com. this article was contributed by an author, how wishes to remain anonymous. Back to the topic site: StudyPaper.com/Startseite/Gesellschaft External Links to this site are permitted without prior consent. | |||||||||||||||||||||||||||||||||
| deutsch | Set bookmark | Send a friend a link | Copyright © | Impressum | |||||||||||||||||||||||||||||||||