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Gute Besetzung, schwacher Schnitt
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Alle meine Rezensionen ansehen (REAL NAME) Rezension bezieht sich auf: Kampf um Rom, Teil I [VHS] (Videokassette) Felix Dahns "Ein Kampf um Rom" berichtet vom Untergang des Ostgotischen Reiches in Italien in der Mitte des 6. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt der weitgehend historisch authentischen Geschichte steht der römische Adlige Cethegus, dessen großes Ziel es ist, das Weströmische Reich wiederzuerrichten. Dabei befindet er sich allerdings in einer schlechten Ausgangslage: Italien ist von den Goten besetzt, die ihre Macht keinesfalls kampflos aufgeben wollen, und auch das Oströmische Reich unter Kaiser Justinian versucht, erneut Einfluß im Westen zu gewinnen.
Die Folge dieser Situation ist ein kompliziertes Netz aus politischen Bündnissen und Intrigen, aus Liebe, Krieg und Macht, in dessen Mittelpunkt Cethegus spinnengleich darauf wartet, den Kampf um Rom endlich für sich zu entscheiden.
"Ein Kampf um Rom" zu verfilmen, ist eine Aufgabe, die in etwa an die Umsetzung der Bibel oder des Herrn der Ringe heranreicht. Genau wie bei den beiden anderen Mamutwerken ist dies auch hier nur teilweise gelungen.
Zuerst zu den guten Teilen: die Besetzung ist großartig. Orson Welles als Justinian und Laurence Harvey als Cethegus sind wirklich brilliant. Harvey gelingt es überraschend gut, die zwei Seiten des Cethegus zu zeigen: einerseits den bösen Machtmenschen, der niemanden neben sich dulden kann, andererseits den guten Bewahrer antiker Kultur, der Westeuropa vor dem Barbarensturm beschützen will.
Ein weiterer Pluspunkt der Verfilmung sind die epischen Schlachtszenen, die sich selbst heute nicht verstecken müssen. Wer großes Kino liebt, dem wird es hier geboten.
Es ist allerdings nicht alles eitel Sonnenschein: der Schnitt ist manchmal schlichtweg katastrophal. Szenenintern paßt alles, aber der Übergang zur Folgeszene gelingt nicht.
Auch was die Kulissen angeht, so wurde hier etwas zu sehr gespart: es ist einfach nicht glaubhaft, daß Rom von einer besseren Gartenmauer umgeben ist, und daß es dieser Befestigung gelingt, eine riesige Armee abzuwehren.
Das größte Manko besteht allerdings in den umfangreichen Kürzungen im Vergleich zum Roman. Viele Figuren und Situationen werden lediglich angedeutet, die Kirche, die im Roman entscheidend mit-intrigiert, wird fast völlig ignoriert und mit dem bewußten Verzicht auf übertriebenes "National-Getue" geht auch ein Teil der Grundintention des Werkes verloren.
Dennoch bleibt "Kampf um Rom" sehenswert. Einem Vergleich mit den riesigen Hollywood-Monumentalfilmen hält er nicht stand, aber er sticht deutlich aus dem unübersichtlichen Meer von drittklassigen Italo-Sandalenfilmen hervor und schafft es in weiten Teilen, dem Zuschauer einen faszinierenden Einblick in das Europa der Völkerwanderungszeit zu vermitteln.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 29. Juli 2002 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 1. | Gute Besetzung, schwacher Schnitt (die aktuell angezeigte Rezension) |
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